Street Fotograf des Monats – Udo Löbbers


Spätestens seit einem Besuch in New York City beschäftigt mich das Genre “Street-Photography” intensiver.

Ich mag es zwar durchaus auch, schöne Landschaften oder Architektur aufzunehmen. Allerdings ist davon vieles schon so “tot fotografiert”, dass ich den Eindruck habe, nur noch unter besonderen Umständen Aufnahmen zu bekommen, bei denen der Betrachter einen “Wow-Effekt” erlebt.

Anders ist das bei der Street-Photography. Auf der Straße begegnet man immer auch Menschen. Die Auswahl möglicher Motive ist also riesig, total individuell und das Verhalten der Menschen immer wieder neu. Das macht es leicht, interessante Aufnahmen zu machen.

Zudem deckt die Street-Photography das weite Spektrum des Lebens ab. Zumindest kann sie es potentiell, es hängt halt vom Fotografen ab. So haben meine Aufnahmen meistens Menschen mit im Bild und ich möchte mich bei dem Begriff der Street-Photography auch nicht ausschließlich auf die Straße als ausschließlichem Aufnahmeort beschränken.

Sehr gerne fotografiere ich auch in Museen. Hier kommen die Menschen zur Ruhe, alles ist heruntergetaktet und es ist spannend zu beobachten, wie sich die Besucher mit der Kunst auseinandersetzen.

Aufnahmen entstehen in der Regel mit einer Spiegelreflex und einem 28-70mm Objektiv. Gerne nehme ich aber auch ein 70-200mm, weil es eine räumliche Distanz ermöglicht, so dass sich die Menschen unbeobachtet fühlen können. Sehr häufig sind meine Straßenbilder in S/W entwickelt, in letzter Zeit auch mehr abstrahierend und reduziert.

Dialog III

Die Aufnahme entstand in der Pinakothek der Moderne in München. Die Dame wirkte etwas hilflos bei der Betrachtung der Skulptur und die reduzierten Formen und Farben fand ich ebenso interessant.

Not what you think!

Aufgenommen auf dem Dach der Oper in Oslo erweckt die Aufnahme auf den ersten, flüchtigen Blick einen falschen Eindruck. Dabei schafft sich der Mann ja nur ein schattiges Plätzchen, um sein Smartphone lesen zu können.

Who’s the model?

Auf der Highline in New York City fand ich dieses Paar, das hier eine Fotosession abhielt. Ich war sofort angetan von der farbenfrohen Kleidung der beiden. Deshalb ist das Bild auch nicht nach S/W konvertiert, weil es einen guten Teil der Stimmung verloren hätte.

Business at 5th Av.

Wir liefen die 5th Avenue in New York City entlang als dort tief versunken dieser Mann stand und mit seinem Smartphone agierte. Ich war vielleicht zwei oder drei Meter von ihm entfernt, er hat gar nicht mitbekommen, dass ich ihn fotografiert habe. Warum habe ich ihn fotografiert: Die Strenge seiner Statur, seinen Gesichtes passte einfach zum Hintergrund.

Old man in coffee bar at China Town, NY

Ich weiß: der Focus trifft nicht ganz den alten Mann. Dennoch mag ich diese Aufnahme sehr, weil sie mich an die Street-Photography Klassiker erinnert.

Snapshot

Diese beiden Jungen waren, wie auch ich, in den Turm der Kirche vom Kloster Andechs geklettert. Ich hatte keine große Erwartung, was mich dort erwarten würden. Überrascht war ich dann von dem stimmungsvollen Licht, dass durch das kleine Dachfenster erzeugt wurde.

Selfie Family

In einem Park in New York City traf ich diese Familie, die sich ganz den fotografischen Ambitionen des Junior hingibt.

Old man selling cigarettes

In Marrakesch saß dieser Mann auf der Straße und verkaufte Zigaretten. Die Brüchigkeit und Farbenvielfalt der Mauer wollte ich gerne beibehalten. So ist dieses Straßenfoto also in Farbe gehalten.

Lovers enjoying spring weather

Von einer kleinen Isar-Brücke, dem Kabelsteg, aus, habe ich dieses Paar entdeckt, das im Kies der Isar liegend die ersten Sonnenstrahlen genoss. Der Kies bot als Hintergrund eine schöne Textur und die Isar hat noch etwas an der Farbigkeit links im Bild gearbeitet.

Deep Sorrow

Kurz nach dem Anschlag vom 7. April war ich in Stockholm. Unbeabsichtigt war ich so mit dem Tatort konfrontiert und erlebte Menschen aller Nationen in tiefer Trauer. Die Drottninggatan, in der der Anschlag passierte, hat in den Straßenabschnitten Löwenskulpturen, die fast alle mit Blumen und Andenken bedeckt waren.

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