Start Blog Praha – Czech it out!

Praha [Prag] – Czech it out!

910
2

Praha [Prag] – Czech it out!

Spontan Trip nach Prag, super günstig und gleich zu Beginn holprig, wie das Kopfsteinpflaster der Straßen von Prag. Ohne großartig zu überlegen und den Geldbeutel zu reizen am Mittwoch gebucht und Donnerstagabend um 23 Uhr ging es los. Flüge fielen schon nach der ersten Suche weg und Bus war die Alternative. Meine Freundin und ich wollten für wenig Geld so weit weg wie es geht. Schnäppchen rieche ich kilometerweit und wir haben ziemlich zügig ein günstiges Hotel in Prag gefunden, zwei 2 Nächte inklusive Frühstück für zwei Personen und insgesamt 69€. Zack! Gebucht und erst danach haben wir überlegt, wie wir hinkommen.

12 Stunden Fahrt über Nacht war die beste Option. Plan war das wir die Fahrt über Nacht nutzen, um morgens anzukommen und den Tag gleich ausgiebig zu nutzen. Plan gut, Umsetzung weniger! Bis Berlin war die Reise sehr ruhig, dann der erste Zwischenhalt. Einige stiegen aus, einige dazu, weiter geht’s. Nach gut 5 Stunden fuhren wir in Leipzig ein und das Rein-Raus-Spiel begann erneut. Danach war der Bus bis zum letzten Platz belegt und die Lautstärke, der zu gestiegenen und scheinbar ausgeruhten Fahrgäste enorm. Egal, dachten wir uns und haben zum Glück mit Ohrstöpsel vorgesorgt. Nach weiteren Stunden und bei strahlendem Sonnenschein kamen wir endlich in Prag an. Das Wetter hat es gut mit uns gemeint, nach dieser unruhigen Fahrt.

Schon bei einfahren durch diese urige Stadt, konnte ich es kaum abwarten den Auslöser der Kamera zu drücken.

Auf dem Weg zum Gleis am Hauptbahnhof in Prag an einem Seitenausgang, ergab sich diese Szene und ich habe sofort ein Bildpaar gesehen und habe den Auslöser gedrückt.

Direkt am Bahnhof auf dem Weg zum Hotel, die zweite Szene. Eine Frau allein am Gleis, gerade beim großen M mit Fast Food ausgestattet und kurz davor einen offenbar heiß ersehnten Burger zu essen. Kamera war startklar, Einstellungen noch nicht und ein Zug fuhr ein, der mir die Sicht genommen hätte.

So schnell habe ich meinen Colt lange nicht gezogen! Im dunklen und altem Zug nach der Fahrkartenkontrolle hat sich schon das nächste Motiv angebahnt. Gestaltungslehre pur! Zentralperspektive, Texturgradient, Einfluchtperspektive und abgedrückt.

An der Touristenmeile unweit vom Hauptbahnhof suchten wir, bei Bier und Sonnenschein, unsere Ziele für den Tag, die der Guide nicht angezeigt hat. Einmal in eine Seitenstraßen abgebogen, fiel mir ein Mann hockend über dem Schacht eines Straßenablaufes auf.
Der Typ war ein Fuchs und offensichtlich schon geübt im urbanen angeln. Er fischt gezielt mit einem an einer Schnur befestigten Magneten nach Kleingeld. Der Platz war anscheinend ein Hotspot, da er an mehreren Gullys stoppte und jeweils nicht allzu geringe Beute machte.

Auf dem weg zur Straßenbahn entdeckten wir den an einem Kabel hängenden Mann mit Regenschirm. Bemerkt habe ich Ihn erst, weil augenscheinlich mehrere Personen nach oben blickten. Später erfuhr ich, dass es eine Skulptur des Künstlers Michal Trpák ist, der seine Kunstwerke an öffentlichen Orten in Prag ausstellt.

Monty, der Hund am Fenster ist eine regionale Sehenswürdigkeit. Sein Herrchen öffnet je nach Laune von Monty das Fenster und dieser lässt sich gerne von den amüsierten Passanten, in der steilen Straße, streicheln.

Bei einem Snack an der Karlsbrücke hatte ich den perfekten Blick auf die Zubereitung des süßen Gebäcks Trdelnik. Der Teig wird an einem Stock traditionell an Stangen aufgerollt und über offenen Feuer gelegt. Danach mit Nüssen und Zucker umhüllt und nach dem abkühlen in Scheiben geschnitten.

Zwei Damen die in einem Beauty Salon, direkt hinter einem Panoramafenster, sich von kleinen Fischen, die Hornhaut abnagen ließen. Diese kleinen rötlichen Saugbarben werden umgangssprachlich Kangalfische genannt und zur kosmetischen Fusspflege eingesetzt. Fischpediküre ist mittlerweile in vielen Ländern verbreitet.

In jeder Straße gibt es neue Dinge zu entdecken und mein Finger ist fast immer am Auslöser, um nichts zu verpassen. Street Art und Artisten, die Menschen im Trott des Alltags und sobald es Nacht wird blüht das Leben weiter.

Die unterschiedlichen Facetten der Menschen und das pulsierende Herz der Stadt haben mich sofort fasziniert. Ich habe vorher keine große Vorstellung gehabt, wie es sich in der Stadt lebt. Nette Begegnungen, deftiges Essen, viele schöne Kirchen und Kathedralen, skurrile Motive, wie die Dixie Toiletten, die am Ende einer schmalen Treppe zu einer Kirche führten, machten den Aufenthalt besonders einprägsam.

 

 

Warning: A non-numeric value encountered in /customers/6/a/3/soulofstreet.de/httpd.www/hp/wp-content/themes/Newsmag/includes/wp_booster/td_block.php on line 997

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Gildo, deine Bilder und die Doku kommen sehr gut rüber. Das Spontane ist immer noch das Beste. In 2018 werde ich auch mal ganz spontan wo hinfahren, danke für den Artikel.

    Weiter so.
    Bei den Dixi Klos, hatten ihr ja Glück, da konntet ihr nebeneinandersitzen .-)

  2. Ja, “czech it out”! Prag ist in der Tat ein interessantes Ziel.
    Ich war im Januar 2007 zum ersten Mal in Prag, also im schweinekalten Winter mit Schnee und Eis. Weil ich nicht wusste, wo ich wohnen sollte, fragte mich ein Bekannter, ob er mir ein Hotel buchen solle. “Ja, gern.” “Billig oder teuer?” “Billig, ich werde sowieso den ganzen Tag fotografieren”.
    Am Ende kam heraus, dass das Hotel fast eine Stunde entfernt war, mit Metro und Bus zu erreichen. Dafür kostete es nur 3,60 Euro pro Nacht. Warmes Wasser gab’s nicht – im Winter! Das Hotel hatte 13 Etagen, ich hatte Zimmer 809, der Aufzug war kaputt.
    Niemand dort sprach eine Fremdsprache wie Englisch, Deutsch oder Französisch. Leute dort in der Gegend waren arm, hatten keine Kühlschränke, also hängten Sie Plastiktüten mit Lebensmitteln aus den Hochhausfenstern, um Sachen zu kühlen.
    So habe ich unfreiwillig eine ganz andere Seite von Prag gesehen und kann durchaus empfehlen, mal weit raus zu fahren, um die Stadt jenseits des Tourismus zu entdecken.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here