Die Geschichte hinter dem Bild: Asgar Korsgaard “Supermen”


Asgar Korsgaard
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Die Geschichte hinter dem Bild – “Supermen” von Asgar Korsgaard

In jeder Ausgabe der Soul of Street präsentieren wir Euch die Rubrik  “Die Geschichte hinter dem Bild”, in der wir einem Fotografierenden die Möglichkeit geben, uns die Hintergründe zu einem Foto zu erläutern.
Wie die kuriose Situation mit den “Supermen” zustande kam, erzählt uns dieses Mal der dänische Fotograf Asgar Korsgaard.


“Mein Bild „Supermen“ ist im August 2016 in Aarhus aufgenommen, der zweitgrößten Stadt meines Heimatlandes Dänemarks.

Ich lief durch die Straßen und mir fiel diese Gruppe von neun etwas älteren Herren auf. Gekleidet in auffälligen einheitlichen Superman-Kostümen konnte man sie einfach nicht übersehen …

Sie schienen ziellos in der Stadt umherzulaufen und ich klemmte mich an ihre Fersen, denn ich sah sofort dieses eine Foto vor meinem inneren Auge.

Immer wieder hielten sie für kurze Zeit an verschiedenen Orten an und verharrten regungslos in ihrer Pose. An einer Stelle legten sie sich sogar auf den Boden. An einem anderen Ort standen sie mit einem Arm in der Luft, als würde Superman fliegen, und hielten kurz inne. Richtig klar wurde mir ihre Aktion nicht. Was taten sie da? Was hatten sie vor? Während ich erst an eine Art Junggesellenabschied gedacht habe, wanderten meine Gedanken langsam zur Aktionskunst. Oder war es einfach nur eine Gruppe von Freunden, die sich einen Spaß machte?

Ich bin ihnen nachgegangen und habe viele verschiedene Fotos gemacht. 

Dieses Bild wurde an einer Bushaltestelle am Hafen aufgenommen. Ein Mann im ungefähr gleichen Alter wartete zufällig auf den Bus und fand sich schließlich leicht irritiert neben all diesen „Supermen“ wieder. Er sah aus, als wäre er der Einzige, der an diesem Tag nicht die Nachricht bekommen hatte, dass Kostümpflicht besteht. Genau dieser versteckte Witz macht das Bild zu meinem persönlichen Favoriten aus der an diesem Tag entstanden Serie.

Als schließlich der Bus kam und der „normal“ aussehende Mann einstieg, bewegten sich die übrigen Männer nicht. Nach ein paar Minuten gingen sie einfach weiter, um eine neue Pose einzunehmen.”

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der Soul of Street #41 (Juni 2022)

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