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A picture a day on street

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365 Tage Projekt

Ich habe mich gefragt, was für ein Projekt ich starten könnte. Da ich Ende 2016 durch Soul of Street die Straßenfotografie für mich entdeckte, kam ich zu dem Entschluss, dieses mit einzubeziehen. Durch eine positive Erfahrung, die ich mit einem Obdachlosen machte, haben mich die Straßen förmlich gerufen.

„Mach dein Ding“ gesagt getan, nun starte ich das Projekt „Ein Bild des Tages auf der Straße“

Was ich auf den Straßen sehe, wird abgelichtet, ob es nun zur Straßenfotografie gehört oder nicht, lasse ich mal so dahingestellt. Wichtig ist für mich, dass es auf den Straßen fotografiert wird. Es kann ein Straßenschild, Menschen, oder auch eine alte Cola Dosesein, Hauptsache das Foto wurde auf der Straße fotografiert. Ich werde mich auch nicht festlegen, ob es in Monochrom oder in Farbe abgelichtet wird. Lasst euch die nächsten 365 Tage überraschen und seid ein Teil in meinem Projekt.

The pictures can begin.

Geschichten des Alltags

Jedes Foto hat seine eigene Geschichte. Als Straßenfotograf versuche ich, die Geschichten des Alltags zu erfassen. Das Leben auf der Straße ist nicht immer ein schöner Anblick, die Menschen sind auf der Flucht, manche rennen durch die Straßen, ohne etwas mitzubekommen. Wenn ich den Auslöser gedrückt habe, bleibt die Zeit für mich stehen.  Die Geschichte ist zu Ende, wenn ich sie gesehen habe.

WARUM?

Ein älterer Passant auf der Straße fragte mich mal
„Warum machst du Fotos?“
Ich habe ihm geantwortet, am Ende des Tages ist es weniger wichtig, warum Du es tust, sondern dass Du es für Dich tust und auch gerne tust. Alles andere ist nicht wirklich relevant, solange Du mit deiner Fotografie zufrieden bist.

Die Frage nach dem Warum? stellt sich wohl jeder Fotograf mal in seinem Leben. Ich fotografiere, weil es mir die Entspannung und Ruhe nach meinem Arbeitsalltag gibt.

Menschen spielen in der Straßenfotografie eine wichtige Rolle. Es können aber auch Bauwerke sein. Ich denke, dass Architekten schon den Wunsch verspüren, dass ihre Bauwerke fotografiert werden. Aus diesem Grund fotografiert auch mal sehenswerte Bauwerke. In den #350 Tagen habe ich einiges Interessantes und auch manchmal  nicht so Schönes auf den Straßen gesehen. Ich konnte Ihnen nicht alles zeigen, das würde den Rahmen sprengen. Viele Fotografen haben sich über einen langen Zeitraum einem einzigen Thema verschrieben, aber  mein Tipp ist es, halten Sie sich nicht solange an einem Thema auf. Laufen Sie durch die Straßen und halten Sie die Augen auf nach anderen Objekten. Verwandeln Sie ganz normale Straßenmotive zu Ihrer Kunst, suchen Sie den einen Moment, den es nie wieder gibt und halten Sie ihn fest.

Fotografie ist Kunst und in der Kunst geht es immer auch um einen persönlichen Ausdruck.  

Ich habe versucht, einige Vorschläge aus diesem oder anderen Büchern umzusetzen. Noch bin ich mir nicht ganz sicher, in welche Richtung mein weiterer Weg mich führt oder geht, einiges ist mir in den #365 Tagen aber klar geworden. Du kannst keine Streetfotos, die dir durch den Kopf gehen, erzwingen. Das einzige, was du machen kannst, ist: Dir die Frage zu stellen “Was möchte ich mit meinen Fotos bewirken“, wen möchte  ich ansprechen mit meinen Geschichten.

In #365 Tagen habe ich mit der Sony a6000 und der Nikon D500 zirka 13000 Tausend Fotos geschossen, das sind 325 GB an Daten.  Ich denke, dass ich in der Zeit noch um die 3000 Fotos gelöscht habe. Am Anfang hatte ich alles fotografiert was sich auf den Straßen
bewegt hat, nach einigen Wochen lässt das aber etwas nach. Man  möchte nicht Zeit am Rechner verbringen und nur noch Fotos löschen.

Man sieht Dinge im Leben, die muss man nicht fotografieren.

In der Zeit ist mir jedoch aufgefallen, dass sich einige  Situationen auf den Straßen immer wiederholen. Am Anfang habe ich die Passanten von hinten fotografiert, was ich für den Anfang nicht schlecht gefunden habe, um mich auf diese Weise den Menschen zu nähern. Nach einiger Zeit habe ich sie aber von vorn fotografiert und dabei feststellen müssen, dass ich mich mit 30mm nicht so recht ran traue. Da ich immer wieder gern mein 70-200mm Objektiv dabei hatte, konnte ich diese Unsicherheit etwas verbergen. Nach einigen StreetWalks mit gleichgesinnten Fotografen habe ich festgestellt, dass es den anderen genauso erging.

Jeder sollte so fotografieren, dass er sich sicher damit fühlt, denn nur wenn ich fühle, was ich fotografieren möchte, bin ich auch mit dem Herzen dabei. Ich muss die Straßen fühlen und riechen, den so bekomme ich alles mit, was mir Tag für Tag entgegen kommt. Um noch mal auf die Dinge zurück zu kommen, die man nicht fotografieren sollte, sage ich jedem:

“Macht das, was ihr für richtig haltet“, lasst euch von anderen nichts vorschreiben, wie das richtige Foto auszusehen hat. Manche sagen euch: “wie kannst du nur so etwas fotografieren, warum machst du das, das ist respektlos oder die Menschenwürde würdest du damit verletzen“. Es gibt einiges, was dir in den Foren um die Ohren geworfen wird. Genauso, wie ich immer gefragt werde, hast du diese  Person gefragt? Nein habe ich nicht, warum auch? Wenn ich die Person fragen würde, ist die Situation schon weg, also frage ich erst gar nicht. Wenn ich das Foto für meine Sammlung haben möchte, ist das meine Sache und wenn ich es veröffentliche, ohne die Personen zu fragen,  ist das auch meine Sache. Wenn die Person mich verklagen möchte, soll sie das tun, es steht ihr frei. Wenn mich einer darauf  ansprechen sollte, werde ich das Foto nicht veröffentlichen und löschen. Wenn es zur Klage kommen sollte, dann muss ich dafür gerade stehen und nicht die Personen, die meinen, sie wären die Herrgötter und Kläger in den Foren.

Schlusswort:

Wo liegt die Grenze? Ist es in uns oder draußen? Sollen wir sie bewegen oder überqueren? Hindert es uns oder befreit es uns? Dieses Buch enthält #365 Interpretationen, wie ich sie durch die Augen und die Linsen gesehen habe. Einige fragen sich sicher, warum schreibe ich diese Zeilen auf, was will ich euch damit beweisen oder zeigen. Im Grunde wollte ich die ersten zwei Monate einfach nur lernen, wie sich die Streetfotografie im eigenen Sinne verändert. Als ich gemerkt habe, dass es etwas dauert, bis sich etwas verändert, wollte ich dieses dokumentieren. Aus einer Idee ist jetzt ein Buch entstanden. Dieses Buch wird nicht verkauft, es kann gegen eine Spende erworben werden. Von dieser Spende würde ich dann den Obdachlosen in Dortmund und Umgebung Schlafsäcke kaufen und sie verteilen. Es gibt genug Armut auf dieser Welt, mit dem Erlös meiner Bilder wird das Geld gesammelt und in Dortmund einem Verein für Obdachlose gespendet. Das wird dann auf meiner Webseite veröffentlicht.
Ich hoffe, diese Dokumentation über die Streetfotografie hat einigen gefallen, ich würde mich über positive Äußerungen oder auch Kritik freuen.

2 KOMMENTARE

  1. ich bin sehr gespannt auf dein buch stefan … ich habe dich, während eines kleinen streetwalks, als bodenständigen ruhrpottler mit dem herzen an der richtigen stelle kennengelernt … das spiegeln deine bilder mir nun wieder. grosses kino! auch deine zeilen dazu … alles stimmig & empathisch!! ich freue mich, bald dein buch in den händen zu halten & zu wissen, dass meine “spende” dafür an der richtige stelle ankommt. chapeau!

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